Die AG Fernmeldetechnik

Wer wir sind und was wir machen

Was wäre eine Eisenbahn ohne informative Ansagen der Aufsicht aus dem Bahnsteiglautsprecher, ohne einen Richtungsanzeiger, der den Fahrgästen die Ziele der Züge ankündigt oder ohne die große Bahnhofsuhr, deren Zeiger elektrisch ferngesteuert von Minute zu Minute springen? Doch auch ohne eine Vielzahl von Fernsprechverbindungen und anderen Kommunikationsmitteln ist ein Bahnbetrieb nicht denkbar.Genauso wie beim großen Vorbild werden Sie solche Kommunikationsanlagen auch bei unserer Parkeisenbahn finden. Damit die Technik stets zur Zufriedenheit funktioniert, bedarf es fachkundiger Pflege und Wartung. Erschwerend wirkt an dieser Stelle, dass die Kommunikationsanlagen – genau wie unsere Fahrzeuge – oftmals ein beträchtliches Alter aufweisen.
Wandkasten OB
Herz eines Befehlsfernsprechers
Grundlegende Ausbildung

Geschichte

Mit der Gründung der AG Fernmeldetechnik im Jahre 1989 wurde erstmals auch Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geschaffen, an der Instandsetzung der Fernmeldeanlagen der kleinen Bahn mitzuwirken und den Kollegen der großen Bahn bei ihrer Arbeit zu helfen. Gezielt Nachwuchs für den Bereich der Sicherungs- und Telekommunikationstechnik der damaligen Deutschen Reichsbahn zu gewinnen, war für diese Entscheidung sicherlich ausschlaggebend. Vorbild dafür war die „technische Brigade“ im Bahnbetriebswerk. Ältere Parkeisenbahner mit entsprechendem Interesse konnten sich in dieser Gruppe schon lange auf das Fachgebiet Wagen- und Lokomotivtechnik spezialisieren.
Nun aber stand technisch interessierten Parkeisenbahnern ab 12 Jahren auch der Dienst als Fernmeldemechaniker bei der BPE offen.

Aufarbeitung eines Fahrtrichtungsanzeiger für den Bahnhof Badesee
Aufarbeitung eines Fahrtrichtungsanzeiger für den Bahnhof Badesee

Ausbildung

Heute wie damals ist die AG Fernmeldetechnik fest integrierter Bestandteil der Jugendarbeit der Berliner Parkeisenbahn . Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die bereits erste Kenntnisse im Bahnbetrieb bei der BPE erworben haben und ihre technischen Kenntnisse auf dem Gebiet der Kommunikationsanlagen der Bahn vertiefen möchten.

In der Ausbildung werden in mehreren Abschnitten die Grundlagen der Elektrotechnik und Elektronik behandelt sowie die Funktionsweise von Telefonen, elektrischen Uhrenanlagen und anderer bei der Parkeisenbahn installierter Fernmeldetechnik erläutert. An den überwiegend historischen Geräten lässt sich die Wirkungsweise physikalischer Gesetze anschaulich erläutern.

Neben der notwendigen Theorie kommt natürlich die Praxis dabei nicht zu kurz. Das Löten will ebenso gelernt sein wie der richtige Umgang mit Messgeräten und Handwerkszeug. Zum Abschluss jedes Ausbildungsabschnittes muss eine kleine Prüfung absolviert werden, in der die Schüler ihr Wissen unter Beweis stellen können. Danach geht es mit großem Eifer an die Arbeit.

F-AG_Uhr
Instandsetztung von 4 Aussenuhren
Die Parkeisenbahner sind nun kleine Fachleute und dürfen entsprechend ihrer Befähigung als Fernmeldemechaniker der BPE unter Anleitung des AG-Leiters ausgewählte Reparaturen an Telefonen, Bahnhofsuhren und Lautsprecheranlagen ausführen. Die Jugendlichen werden damit unmittelbar an der Pflege und Instandhaltung der Anlagen ihrer kleinen Bahn beteiligt und erleben so anschaulich, wieviel Arbeit die Unterhaltung der Technik erfordert. Dabei soll auch das Gefühl der Verantwortung für „unsere Bahn“ gefördert werden.Ihren Mitschülern haben die jungen Fernmeldemechaniker viel technisches Wissen und handwerkliche Fähigkeiten voraus. Nicht selten wird durch die Tätigkeit bei der BPE der Wunsch nach einem Beruf bei der Bahn oder in der IT- und Elektrobranche geweckt.Interessant ist für uns auch immer wieder die Beschäftigung mit der Geschichte der Fernmeldetechnik. Dazu haben wir eine umfangreiche Sammlung alter Gerätschaften der Fernmeldetechnik der Eisenbahn angelegt und konnten so einige interessante Zeitzeugen vor der unweigerlichen Verschrottung bewahren. Einige Geräte, die auch nicht mehr direkt im Betrieb der BPE eingesetzt werden können, möchten wir zukünftig im Rahmen einer kleinen Ausstellung unserem interessierten Publikum zugänglich machen.